Lenny Face

Im Zeitalter des schnellen Nachrichtentausches per SMS sind Emojis und Lenny Faces gefragt wie nie. Die kleinen, zunächst überwiegend gelben Gesichter signalisieren dem Empfänger die emotionale Lage des Absenders wie zum Beispiel Zorn, Jubel, Scham oder Müdigkeit. Manche bestreiten mit den poppigen Gefühlssymbolen ganze Dialoge.

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Smileys machten den Anfang

In den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts machten sich einige Nerds den Spaß, aus Buchstaben, Sonderzeichen und Satzzeichen Gesichter zu basteln. Um 90 Grad gedreht helfen seitdem Emoticons oder Smileys den Hintergrundgedanken zu einem Text klar zu machen, so dass jeder den Text gleich wahrnimmt. Es erstaunt nicht, dass das heute bei Facebook und Twitter noch genauso gut funktioniert. Der Name Emoticon leitet sich aus den englischen Worten "emotion" (Gefühl) und "icon" (Zeichen) ab.

Emoticons bestehen aus ASCII-Zeichen, deren Zeichensatz auf jedem Computer vorhanden ist. Die ersten Emoticons waren :-) und :-( womit ein freundliches Lächeln und Traurigkeit gemeint ist. Die Grundform wurde 1982 vom amerikanischen Informatikprofessor Scott E. Fahlman vorgeschlagen, der als Erfinder der Nerd-Symbole gilt. Fahlman hatte damit eine Möglichkeit geschaffen, seine E-Mails als Spaß zu kennzeichnen, weil die sarkastische Art seiner E-Mail-Kommunikation oft missverstanden wurde. Im Laufe der Zeit sind buchstäbliche Tausende dieser Symbole entstanden, so dass es für einige Emoticons sogar unterschiedliche Interpretationen gibt. Mittlerweile findet man kaum noch E-Mails oder SMS ohne Smileys. Bei der heutigen nonverbalen Kommunikation macht es durchaus Sinn, in knappen Texten auch Zeichen mit emotionalem Inhalt mitzusenden. Dabei sollten die kleinen Gefühlszeichen aber eher sparsam eingesetzt werden, sonst verlieren sie ihre Wirkung.

Emojis haben Konjunktur

So um die Jahrtausendwende gingen die ersten Emojis auf die Reise. Anfangs einfarbig und aus 12 x 12 Pixeln konstruiert, sahen sie etwas professioneller aus und niemand musste die Figuren um 90 Grad drehen. Ein Emoji ist ein bildhaftes Symbol, das eine Person, eine Emotion, einen Zustand oder einen Gegenstand repräsentiert. Auch viele Tiere werden als Emoji dargestellt. Erfunden wurden die Zeichen vom Japaner Shigetaka Kurita. Das Wort ist eine Kombination der japanischen Ausdrücke für Bild und Schriftzeichen. Zunächst verbreiteten sich die Emojis recht spärlich in Botschaften auf den Mobiltelefonen, heute boomt die Nachfrage nach den kleinen Symbolen auch im Internet. Laut der Website emojitracker.com wurden allein bei Twitter Emojis neun Milliarden Mal versendet.

Mit der Weiterentwicklung der Computer entstand auch ein neuer Zeichensatz. Der Schriftstandard Unicode umfasst 112956 Zeichen und ist auf den Computern weltweit verbreitet. Inzwischen lassen sich rund 900 der Minibilder und Gesichter abrufen. Kein Wunder, dass es bei der nonverbalen Kommunikation in den verschiedenen Internetforen von Emojis nur so wimmelt. Im Gegensatz zu Emoticons sind Emojis Grafikzeichen. Um die Emojis zum Beispiel auf dem iPhone zu verwenden, muss der Benutzer nur die integrierte Emoji-Tastatur aktivieren. Auf Android-Geräten, bei WhatsApp oder Google Hangouts funktioniert das ähnlich. Windows unterstützt Emojis ab der Version 8, Mac OS X ab Version 10.7 Lion.

Zuweilen findet man ganze Dialoge als Emojis dargestellt. Obendrein sagen animierte, in einer Art Endlosschleife laufenden Emojis, oft mehr nur als ein Wort. Trotz ihres raffinierten Designs bleiben die Botschaften in den meisten Fällen auf Ausdrücke beschränkt, die in Comics durch Effektwörter wie "peng", "bumm" oder "würg" dargestellt wurden. Die Symbole sind außerdem lexikalisch kaum fassbar und folgen keiner Grammatik. Lautlos und lustig treiben sie auf den Bildschirmen ihr Wesen, für eine universell einsatzbare Kommunikation fehlt es ihnen allerdings an Verbindlichkeit.

Lenny Face - Internet Meme im Unicode

Ein Mem ist ein relativ schwer zu fassender Begriff. Er bezeichnet eine elementare Einheit kultureller Informationen, die sich selbst replizieren. Meme existieren nur im Internet und sind Bestandteil der interkulturellen Kommunikation. Seit einiger Zeit wird der Begriff im Internet für Phänomene verwendet, die sich in sozialen Netzwerken viral verbreiten. Zur Verbreitung nonverbaler Informationen wurden auf Boards wie 4chan das ursprüngliche Lenny Face in dieser Form als Ersatz für das japanische Wort "desu" (Sein) verwendet:

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Dieses Gesicht wurde auf 4chan als Lenny Face bekannt. Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche Variationen davon, die sich schnell im Internet ausbreiteten. Lenny Faces gab es von nun an in World of Warcraft Foren, auf Facebook, Tumblr und Youtube. Auf Tumblr wurden Bilder veröffentlicht, auf denen Lenny Faces aus Minecraft Bausteinen nachgebaut waren. 2013 erschien auf 4chan eine Liste mit allen bekannten Lenny Faces. Die meisten Benutzer, die ein Lenny Face beim Chat oder auf Twitter- oder Facebook-Seiten verwenden, fügen diese durch Copy and Paste ein. Ein Lenny Face lässt sich aber auch mit MS Word oder mit einem normalen Texteditor erstellen. Dazu empfiehlt sich die nicht proportionale Schriftart Arial zu verwenden. Die zu kombinierenden Zeichen können aus einer Unicode-Tabelle kopiert werden. In vielen Texteditoren ist aber auch die Eingabe über den Zeichencode möglich. Dazu wird die Alt-Taste gedrückt und auf dem numerischen Tastenblock der dezimale Code des Zeichens eingegeben. Dazu muss in der Regel die Nummerntastatur mit Hilfe der NUM-Taste eingeschaltet werden. Auf Laptops wird dazu die meistens FN-Taste gedrückt.

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